Wenn Hausaufgaben endlich Spaß machen

Ein Vater steht mit seiner Tochter der 3. Klasse vor der Tür. Eine Caochingstunde ist vereinbart, eine Coachingstunde für das Mädchen, das nicht lernen will. Der Vater verabschiedet sich, um uns ungestört arbeiten zu lassen. Er weiß, dass er hier aus den Augen der Tochter, unerwünscht ist.

Die Aufgabe, die die Schülerin von der Schule mitbekommen hat, ist das Üben von Lern- und Merkwörtern für ein bevorstehendes Diktat.
Der Blick verrät mir, dass das Mädl gar keine Lust hat. Überhaupt das Schreiben macht ihr keinen Spaß. Entweder schreibt sie zu unsauber oder sie macht zu viele Fehler, so die Aussage des Mädchens über das ewige Meckern und Tadeln ihrer Eltern.

„Soll ich dir ein Spiel zeigen, mit dem es richtig Spaß macht neue Wörter zu üben“, frage ich das Kind mit leuchtenden Augen?
„Geht das denn?“ antwortet das Kind mit ungläubigem Blick und hängenden Schultern.
„Wenn du magst, zeig ich es dir! Es heißt Wörterreise“, ist meine Antwort, mit der ich tatsächlich ein JA bei diesem Mädchen abhole.

Ich lasse mir die Lernwörter geben, die auf kleinen Kärtchen aufgeschrieben sind. Es sind Nomen und Verben mit einer Personalform und auch mit dem Infinitiv und Adjektive.
Also bunt gemischte Wortarten, die hier auch gleich mit abgefragt werden.
Nun lege ich auf einen großen Tisch rundherum verteilt leere DIN A- Blätter, viele leere Blätter. Mindestens 8 Blätter dürfen es schon sein. Die Stühle werden vorher alle zur Seite geräumt, dass auch genügend Platz für das Spiel ist. Ich lasse mir dabei helfen.

Und dann spielen wir die Reise nach Jerusalem, die jedes Kind von Kindergeburtstagen kennt. Hier ist es aber die Wörterreise.
Ich lasse nun das Kind um den Tisch sausen. Wenn ich STOPP rufe, dann bleibt das Mädchen vor einem Blatt stehen und schreibt im Stehen das Wort auf, das ich nun von der kleinen Karte ablese. Nun gebe ich dem Kind die Karte. Das Mädchen vergleicht das geschriebene Wort mit dem Wort der Karte. Ist es fehlerfrei geschrieben, darf es die Karte als Belohnung behalten. Ist es falsch geschrieben, verbessert es den Fehler selbst und gibt mir die Karte zurück und steckt sie in den noch zu diktierenden Packen.
Nun darf sie wieder um den Tisch laufen und das Spiel beginnt von vorne.
Kommt das Wort, das falsch geschrieben wurde nun noch mal an die Reihe und das Kind schreibt es nun richtig, dann …! Dann wirst du stauen, staunen wie groß die Freude über diesen Erfolg ist.

Und das ist es doch, was wir als Eltern wünschen, die Freude beim Lernen, das Stolzsein über die eigene Leistung aus dem Kind zu locken.
Das Mädchen läuft um den Tisch, es schreibt, es verbessert, es freut sich.
Wie wunderschön anzusehen wie es immer mehr strahlt und die Zeit vergisst. Es vergisst die Zeit, als wenn es mit seinem Lieblingsspielzeug spielen würde.

Da klingelt es an der Tür. Der Vater kommt, um seine Tochter abzuholen.
Freudestrahlend springt sie ihm entgegen und berichtet ihm von der Wörterreise und dass das Wörterschreiben so viel Spaß gemacht hat.

Als ich mich dann mit den Worten verabschiede, dass mein Motto „Lernen gewusst wie, mit Lernmagie!“ lautet, da ernte ich noch einmal strahlende Gesichter, nun aber im Doppelpack.
Denn auch der Vater ist glücklich, weil er nach langer Zeit wieder ein ausgeglichenes Schulkind in den Händen hält und das sogar beim Schreiben von Wörtern. Das hatte er lange nicht mehr erlebt.
Er verabschiedet sich dann mit den Worten: „ Ja Frau Weidner, ich hätte als Kind auch gerne mit so einer tollen Lernmagie gelernt!“

Wir vereinbaren natürlich noch Coachingstunden für die Eltern, damit ich Ihnen viele Tipps und Tricks durch den Schul-Dschungel mit auf den Weg geben kann.
Nun sind auch sie Mitglied in „Christine Weidners Voice of Family“ und erleben Familie, so wie sie sich ihr Familienleben schon immer gewünscht haben.

 

 

 

 

Christine Weidner

 

Als Lernstrategie-Coach, Konzentrationstrainerin, Dipl. System Coach für ADS/ADHS nehme ich Familien an die Hand, um sie durch den Schulalltags-Dschungel zu begleiten.

Inspiriert durch Erfahrungen im Umgang mit meinen Schülern und Eltern habe ich angefangen Blogartikel zu schreiben. In der Hoffnung vielen Eltern durch meine Ideen zu inspirieren, lasse ich immer dann, wenn meine Herz schreiben will, einen Blogartikel entstehen.

Mein Wunsch ist es, dass ich viele Eltern unterstützen kann, mit ihren Erfahrungen rund um das Thema Schule und Erziehung ausgeglichener umgehen zu können.

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Ein Kommentar

  1. Wieder super Idee zum Lernen. Seit ich Deine Methoden verwende hat sich bei uns auch viel mehr Freude zum Thema Lernen gesellt. Bin Dir sehr dankbar 😊

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